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1

Donnerstag, 20. August 2009, 16:03

Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hallo zusammen,

wir beabsichtigen in unserer Feuerwehr die Anschaffung des Dräger DLE-Sets, da wir in Bezug auf die Untersuchung kontaminierten Löschwassers außer PH- und Ölstestpapier noch wenig Möglichkeiten haben.

Nun meine Fragen:

- wer hat bereits Erfahrungen mit diesem Gerät und welche
- welche Prüfröhrchen sind als Vorrat sinnvoll (Meßschema?)
- was ist im Koffer alles enthalten?
- gibt es Alternativen zu diesem Gerät (andere Hersteller??)

Vielen Dank im voraus für eure Infos.

Schöne Grüße
Oliver

2

Donnerstag, 20. August 2009, 22:20

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Wir haben ein DLE Set.

Erfahrung ist, dass der Benutzer eine sehr ruhige Hand haben muss und nicht zu grobmototrisch veranlagt sein sollte.
Etwas teuer wenn was bricht.

Gruß
Carsten

3

Freitag, 21. August 2009, 08:15

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hallo Carsten,

danke für deine Info.

Was soll denn da brechen? Meinst du das Probenglas??

Welche Prüfröhrchen habt ihr denn im Einsatz dafür.

Danke im voraus.

Gruß,
Olli

4

Freitag, 21. August 2009, 10:02

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hi,

wir fällt der Name des Teils nicht ein, es ist das mit den beiden Abgängen für die Röhrchen.
Rein Theoretisch kann man ja alle verwenden. Ich Liste dir mal alle auf die wir auf dem Fahrzeug haben.

Aceton, Acrylnitril, Chlor, Chlorbenzol,
Chlorcyan, Chloroform, Dimethylsulfid
Epichlorhydrin, Ethylacetat ,Ethylen
Ethylenoxid, Ethylglykolacetat
Fluorwasserstoff, Halog. Kohlenwasserstoffe
Hexan, Hydrazin, Methylbromid, Nitrose Gase
Phosgen, Phosphorsäureester, Schwefelkohlenstoff
Polytest, Styrol, Tetrachlorkohlenstoff
Toluylendiisocyanat, Trichlorethan, Triethylamin

Genaueres kann ich dir leider nicht sagen. Ich hau mal mein GF an was der so sagt.

Gruß
Carsten

5

Sonntag, 23. August 2009, 20:31

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hallo,

welchen Gewinn an der Einsatzstelle bringt mir der Einsatz des Luft-Extraktionsverfahrens DLE von Löschwasser?
Welche Maßnahmen kann ich aus dem Messergebnis ableiten?


Gruß
André

kats-tom

Schüler

Beiträge: 88

Wohnort: Pinneberg; SH

Beruf: Chemieingenieur; FB Chemie-/ Strahlenschutz

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6

Montag, 24. August 2009, 14:58

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hallo Kameraden,

da bei einem Feuer meistens keine geregelten chemischen Reaktionen ablaufen (im laufe der Löscharbeiten können diese sich auch noch ändern) halte ich nichts von einer vor Ort Löschwasseranalytik.

Im Zuge eines Gefahrgutunfallls könnte ich mir vorstellen das DLE System für die grobe Untersuchung von Oberflächengewässern (kontaminiert ja/ nein) heranzuziehen. Die genaue Analyse kann aber nicht unsere Aufgabe als "Ersthelfer" sein.

Im Zweifel ist jedes Löschwasser irgendwie kontaminiert...

Beiträge: 47

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Beruf: Chemielaborant beim LANUV-NRW Sondereinsatz

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7

Montag, 24. August 2009, 16:33

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Ein Feuerwehrmann kann meiner Meinung zwei Sinnvolle Sachen (im Rahmen des Umweltschutzes) machen mit dem Löschwasser.

1. pH wert testen

2. Probe(n) nehmen

alles andere soll die UWB bzw. Stadt oder Bezierksregierung.

8

Montag, 24. August 2009, 16:58

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Ist ja alles richtig - das Feuerwehrleute keine Laboranten sind oder ausgebildete Chemiker.

Aber warum verlangt man dann von der Feuerwehr, dass Sie Luft-Gefahrgutmessungen durchführt, Chemikalien abbindet oder Strahlenschutzmessungen durchführt - alles natürlich zur Gefahreneinstufung und -abwehr.

Kann mir hier einer bestätigen, dass bei jedem Brand das Löschwasser von Hause aus aufgefangen wird. Nur dann wäre eine Probeentnahme sinnvoll oder wo soll das Löschwasser dann sein, wenn die Probe nach 24 Std. ausgwertet ist?

Und wer trifft denn vor Ort die Entscheidung, was mit dem Löschwasser passiert und ob´s aufgefangen wird - welche Auffangkapazitäten sind denn in der Feuerwehr vorhanden? Bis die untere Wasserwirtschaftsbehörde vor Ort ist, vergeht auch eine Zeit. Und - leider oft genug gesehen - per Röntgenblick erfolgt dann die "Diagnose" oder "Auswertung" des Kollegen.

Natürlich hätte der ABC-Zug bzw. die ABC-Komponenten des Bundes evt. bessere Auswertemöglichkeiten, aber bei uns im Landkreis ist die ABC-Komponenten bei uns eingegliedert, bzw. das, was davon übrig ist (1 Dekon-P, 1 DMF - ABC-Erk. BJ80 vor 3 Jahren ausgemustert - keine Ersatzbeschaffung in Sicht).

Ich denke schon, dass das DLE zumindest ein weiteres Stück Information bringt, um eine Entscheidung über weitere Maßnahmen zu treffen - im Sinne des Umweltschutzes und der Gefahrenabwehr.

Gruß,
Olli

9

Montag, 24. August 2009, 17:36

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hallo,

welche Aussage bringen mir die Messungen mit dem DLE?

Löschwasserrückhaltung muss einmal anlagentechnisch gelöst sein. Bei den entsprechenden Betrieben muss die Kapzität eingerichtet werden, um notwendiges Löschwasser aufzunehmen.
Dazu gehört zusätzliche eine mobile Lösung. Beispiel:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.oeko-tec.de/pages/de/double_tube_boom.html">http://www.oeko-tec.de/pages/de/double_tube_boom.html</a><!-- m -->
Und ja, die Behörde muss sich darum kümmer, was in der Zeit passiert bis sie eine Aussage trifft.

Wenn ich mehr als FF16Umweltschutz sagt (ph-Wert, Probe nehmen) ist von Wiese in der BrandSchutz 11/1996 dokumeniert:
- pH-Wert
- Leitfähigkeit
- SAK (254 nm)
- Toxizität (GL 10%-Wert), Leuchtbakterientest
- CSB-Test

Über den Leuchtbakterientest kann man lange streiten, die Vorhaltung ist ja gerade nicht einfach.


Gruß
André

kats-tom

Schüler

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Beruf: Chemieingenieur; FB Chemie-/ Strahlenschutz

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10

Donnerstag, 27. August 2009, 20:17

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Zitat von »"O74"«


Kann mir hier einer bestätigen, dass bei jedem Brand das Löschwasser von Hause aus aufgefangen wird. Nur dann wäre eine Probeentnahme sinnvoll oder wo soll das Löschwasser dann sein, wenn die Probe nach 24 Std. ausgwertet ist?
Ich denke schon, dass das DLE zumindest ein weiteres Stück Information bringt, um eine Entscheidung über weitere Maßnahmen zu treffen - im Sinne des Umweltschutzes und der Gefahrenabwehr.


Hallo Olli,

eine Sofortmassnahme sollte in jedem Fall das Abdichten von Regenwassereinläufen sein. Wenn das Löschwasser nicht (komplett) aufgefangen werden kann, sollte das evtl. kontaminierte Wasser zumindest im Schutzwassersiel abgeleitet und der Kläranlagenbtreiber entsprechend informiert werden.
Davor und währenddessen sollte aber unbedingt EX Gefahr geprüft werden, falls entzündliche Flüssigkeiten freigesetzt werden oder brennen.

Wenn ich dann noch mittels DLE weitere Infos mitgeben kann, ist das zwar meiner Meinung nach nützlich, aber nicht kriegsentscheidend.

arau

Anfänger

Beiträge: 49

Wohnort: Leipzig

Beruf: Diplom Chemiker im Vertrieb von ABCE Detektionstechnik

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11

Donnerstag, 3. September 2009, 11:07

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hallo,

ich hatte die Tage eine Diskussion zum Thema Wasseranalysen.
Hier eine Aussage während der Diskussion, der man sich stellen darf:

Wenn die Feuerwehr keine Maßnahmen aus einer Untersuchung ableiten / einleiten kann, sollte man die Vorhaltung aus reiner Feuerwehrsicht hinterfragen!
Stichworte: Zuständigkeiten, Amtshilfe, Kostenübernahme, etc.


Gruß

Armin

12

Donnerstag, 3. September 2009, 13:21

Re: Dräger Luft-Extraktionsverfahren DLE

Hallo Armin,

die Aussage unterschreibe ich voll.

Nur die Konsequenz ist auch klar. Wir müssen in der Lage sein Löschwasser an der Einsatzstelle aufzufangen bis über das weitere Vorgehen entschieden wird. Jedenfalls ab einer größeren Menge an Löschwasser. Besonders wenn dies verunreinigt ist.


Gruß
Andre